
Die Geschichte
In der Südthüringer Stadt Römhild hat die Töpferei eine jahrhundertealte Tradition, unter anderem befand sich dort bis 1990 der größte Töpferhof Europas, der Töpferhof Grahmann.
Seit 1975 wurde in Römhild das international bedeutende Keramiksymposium im dreijährigen Rhythmus
veranstaltet. Die Teilnehmer des hochkarätigen Treffens in der Mitte Deutschlands kamen u. a. aus den USA, Israel, Schweden, Frankreich, Finnland und den Ostblockstaaten. 1993 fand dann das letzte Symposium statt. Über 160 Künstler aus 29 Ländern nahmen an den vergangenen Symposien teil. Im April 2007 hat sich ein Förderverein gegründet, um das Internationale Keramiksymposium nach 15 Jahren wieder zu beleben.
Der Titel des VIII. Internationalen Keramiksymposiums lautete daher: „Phönix aus der Asche“.
Bereits von 2 500 v. Chr. bis 500 n. Chr. verarbeiteten die Kelten den vorkommenden Ton zu Gebrauchsgegenständen.
Das beweisen zahlreiche Keramikfunde aus der Keltenzeit. In Römhild begann das Töpferhandwerk vor ca. 500 Jahren zu erblühen. In der Stadt am Fuße der Gleichberge entstand daraufhin eine Hochburg der Tonverarbeitung. Noch heute gehört das Töpfern in Römhild zum traditionellen Handwerk.
Um nun dem Ruf der Thüringer Töpfermetropole gerecht zu werden wurden ab 1975 internationale Keramikersymposien veranstaltet. 20 bis 25 Keramikkünstler aus aller Welt trafen sich während eines mehrwöchigen Aufenthaltes, um sich einander kennen zu lernen, um gemeinsam zu arbeiten und zu leben.
Verbindendes Element war natürlich der Ton und die Bearbeitung des Naturmaterials. Insgesamt sieben Symposien wurden bis 1993 durchgeführt.
Nach der Wende zerfielen der Symposiumsgedanke und die Infrastruktur.
Seit 1984 sind die Ergebnisse der Symposien, in einem eigens eingerichteten Keramikmuseum, im Schloss Glückburg in Römhild, zu bewundern.
Rückblick auf das VIII. Internationale Keramiksymposium 2008
Mit insgesamt rund 1000 Besuchern endete am 26. Juni 2008 das VIII. Internationale Keramiksymposium in Römhild. Damit wurde das Symposium nach 15 Jahren erstmals wieder veranstaltet. Dem Förderverein ist es mit über 30 Veranstaltungen an vier Wochenenden und sechs international bedeutenden Keramikkünstlern gelungen das Symposium, mit dem Titel „Phönix aus der Asche“, wiederauferstehen zu lassen. Zu Gast waren die Keramikkünstlerinnen: Elzbieta Grosseova aus Tschechien, Danijela Pivasevic-Tenner aus Serbien, Heidi Preuss Grew aus den USA, Stephanie Link Gudrun Petzold aus Deutschland. Den Teilnehmerinnen wurde die Region mit einer Stadtführung durch Meiningen, einer Führung durchs Südthüringer Staatstheater sowie weiteren Ausflügen nahe gebracht. Von Kabarett, Konzerten, Puppentheater bis zu Vorträgen und Sommernachtskino wurde den Gästen des Keramiksymposiums ein umfangreiches Programm im und am Schloss Glücksburg geboten. Zum Programm gehörte unter anderen ein Vortrag, im Rahmen des Keltenwochenendes, von Antje Fritz von der FSU Jena zum Thema: „Keltische Töpfersiedlung Brendlorenzen“, der Vortrag von Dr. Reinhard Spehr zum Thema „Keltisches Handwerk im Steinsburgopidum" sowie der Vortrag von Helmut Rohde zum Thema „Keramisches Brennen mit Gas und Holz“. An allen Sonntagen fanden zudem Künstlergespräche mit den Symposiumsteilnehmern statt.
Das VIII. Römhilder Keramiksymposium kann für sich in Anspruch nehmen, die fünfzehn Jahre dauernde Unterbrechung einer bis 1993 fast zwanzigjährigen Kontinuität dieser Veranstaltungen erfolgreich beendet zu haben. Die fünf international anerkannten symposienerfahrenen Künstlerinnen haben mit ihren Werken den größten Anteil an diesem Erfolg. Erstmals in der Geschichte der Römhilder Symposien wurden keine Gefäßformen während des vierwöchigen Arbeitsaufenthaltes geschaffen. Die 2008 entstandenen Werke sind eine adäquate Widerspiegelung jener weltweiten Auffassung von keramischem Gestalten als Teil des allgemeinen freien künstlerischen Schaffens ohne Bindung an kunsthandwerkliche Traditionen. Damit erweitern und bereichern sie den bestehenden Fundus der Ausstellung „Keramik International“ im Schloss Glücksburg um eine aktuelle Facette. Voraussetzung dafür waren die guten Rahmenbedingungen. Die Künstlerinnen lobten übereinstimmend ihre Arbeitsmöglichkeiten, den herzlichen Charakter und die inspirierende Wirkung einer Kleinstadt mit herrlicher und geschichtsträchtiger Umgebung, deren Bürger ihnen und ihrem Schaffen aufgeschlossen und mit wachsendem Interesse begegneten.
Für die zukünftigen Symposien hat der „Fördervereins Internationales Keramiksymposium Römhild e.V. geplant diese im dreijährigen Rhythmus jeweils von August bis September zu veranstalten.